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Voodoo-Priester

Themen-Beitrag zu Voodoo-Schutz
Voodoo-Priester

Die Priester des Voodoo

Ohne Führungspersonen oder Lehrer würde vermutlich keine Gesellschaft entstehen oder sich erst recht nicht weiterentwickeln. Ohne Bildung kommt man nun einmal nicht weiter. Damit ist nicht einmal unbedingt die Allgemeinbildung gemeint, wie sie beispielsweise bei uns in Deutschland gelehrt wird.

Beim Erlernen eines jeglichen Themas benötigt man ab einem bestimmten Zeitpunkt einen Lehrer oder einen erfahrenen Menschen, damit man noch mehr über dieses Thema erfahren kann und möglicherweise selbst zu einem Meister werden kann. Allein kann man sich vielleicht die Grundsteine legen, doch sich wirklich bis an die Spitze zu begeben, erfordert meist die Unterstützung einer Person, die in diesem Themengebiet schon weiter ist. Ob es sich dabei um die Schule, den Sport oder eben eine Religion handelt - ohne die Unterstützung von gelehrten und erfahrenen Menschen wäre keiner von uns dort, wo er sich heute befindet.

Wie das bei den üblichen Religionen ist, wissen die meisten von uns mit Sicherheit. Im christlichen Glauben gibt es die Priester, im muslimischen Glauben, die Imame und im jüdischen Glauben die Rabbis. Doch wie sieht das Ganze bei Religionen aus, die keinen so grossen Platz auf der Bildfläche einnehmen? Wer sind die Lehrer oder die Meister in der jahrtausendealten Religion des Voodoo?

Arten von Lehrern im Voodoo

In den westafrikanischen Religionen gibt es mehrere Arten von Priestern oder Geistlichen, die teilweise anderen Zwecken nachgehen. Bei einigen handelt es sich um Priester, die neben der üblichen weissen Magie auch der schwarzen Magie nachgehen.

Es gibt drei verschiedene Arten von Geistlichen im Voodoo. Zum einen gibt es die Houngans. Von ihnen ist die Rede, wenn von typischen Voodoo-Priestern gesprochen wird. Die Houngans praktizieren ausschliesslich weisse Magie und halten Abstand von schwarzer Magie. Diese Priester sieht man am häufigsten, wenn man sich in Voodoo-Hauptgebiete wie Haiti oder Benin begibt. So wie die Houngans verachten übrigens auch die meisten Gläubigen die schwarze Magie und üben diese nicht aus.

Die Mambos sind eine andere Art von Priestern. Hierbei handelt es sich um weibliche Priesterinnen. Diese sind nicht wie die Houngans nur der weissen Magie zugeschrieben. Die Mambos können entweder beide Magien gleichzeitig praktizieren oder sich auf eine der beiden Magien beschränken.

Die letzte Art von Voodoo-Priestern ist der Bocor. Der Bocor beschäftigt sich meist mit der schwarzen Magie, eher selten auch mit weisser Magie. Ein Bocor arbeitet hauptsächlich gegen eine Entlohnung, Houngans und Mambos, die weisse Magie praktizieren, machen das üblicherweise nicht.

Die Houngans und ihr Wirken

Zwar gibt es drei Arten von Priestern in der westafrikanischen Religion, doch primär sind Houngans verbreitet, welche ausschliesslich weisse Magie vollziehen. Auch Mambos, die mit weisser Magie arbeiten, sind nicht so selten wie Bocor, welche von vielen Menschen auch besonders gemieden werden. In Haiti gehen Menschen beispielsweise nur dann zu einem Schwarzmagier, wenn sie dazu an einen anderen Ort fahren können. Sie wollen nicht von anderen Menschen bei einem solchen Besuch erwischt werden, da dieses Vorgehen in der Gemeinschaft üblicherweise als Schandtat gilt.

Die Houngans hingegen sind hoch angesehen und werden sehr häufig besucht, oft auch wegen alltäglicher Dinge. Der Name stammt aus alten westafrikanischen Sprachen und bedeutet so viel wie Geisteroberhaupt. Die Houngans sind die höchsten menschlichen Personen im Klerus des Voodoo. Die Houngans sind dafür verantwortlich, die Erhaltung der Tänze, Lieder, Rituale und Bräuche zu sichern und als Vermittler zwischen Loa und den Gläubigen die Verbindung aufrechtzuerhalten.

Die Personen, die den Houngans an erster Stelle helfen, sind die sogenannten Hounganikons. Der Tempel, in dem die Houngans ihre Tätigkeiten ausüben, nennt sich Hounfour und ihr Werkzeug beziehungsweise ihre Rassel trägt den Namen Asson. Teilweise kommt es vor, dass Houngans heimlich als Bocor arbeiten und ihre Fähigkeiten in schwarzer Magie gegen Geld anbieten. Hierbei handelt es sich natürlich nur um einzelne Personen, die als schwarze Schafe ein schlechtes Licht auf die anderen Houngans werfen.

Personen zum Aufschauen

Auch wenn es einige schwarze Schafe unter den Houngans und zusätzlich andere Priester der schwarzen Magie in der Voodoo-Religion gibt, bilden die Houngans dennoch eine wichtige Vertrauensbasis für die vielen Gläubigen, welche bei ihnen regelmässig um Rat suchen. Tatsächlich werden Houngans teilweise verehrt, da sie den Kontakt zu den Loas besser kennen als jeder andere.

Wie auch in vielen anderen Religionen, spirituellen Formen oder allgemeinen Themen sind die Houngans Personen, zu denen andere Gläubige aufschauen. Sie lernen von ihnen, sie erhalten Ratschläge und Tipps und können stets zu ihnen kommen, wenn sie Fragen haben und darauf Antworten von einem Experten benötigen.

Die teilweise verbreitete Annahme, dass alle Priester der Voodoo-Religion schlecht sind und von schwarzer Magie Gebrauch machen, ist also nicht richtig. Der Grossteil der Priester und auch der Gläubigen vertrauen lediglich auf weisse Magie und praktizieren ihre Religion nach den Lehren, die ihnen die Houngans, die Loas und Gott mitgeteilt haben. Vielleicht sind die Unterschiede zwischen Westafrika und Europa in manchen bestimmten Bereichen ja doch gar nicht so gross!



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