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Die Reise des Voodoo nach Europa

Themen-Beitrag zu Voodoo-Schutz
Die Reise des Voodoo nach Europa

Die Reise des Voodoo nach Europa

Fremde Kulturen, Traditionen und Bräuche faszinierten die Menschheit schon immer. Schon vor Tausenden von Jahren waren die Menschen auf der Suche nach Neuem. Sie wollten neue Personen kennenlernen, neue Landschaften erkunden und neue Abenteuer erleben. Man wollte endlich neue Erfahrungen machen und etwas Abwechslung in das Leben bringen. Auch heute ist dieser Drang noch immer allgegenwärtig.

Wir sind stets fasziniert von den Dingen, die uns fremd und neu vorkommen. Doch gleichzeitig verspüren wir auch ein Gefühl der Vorsicht, da wir uns mit diesen fremden Kulturen schliesslich nicht auskennen und uns möglicherweise überfordert fühlen. Nicht umsonst sagt man, dass man bei einer Reise in weit entfernte Länder einen Kulturschock bekommt und sich zu Beginn nicht zurechtfindet. Besonders wenn man als Europäer in die Karibik, nach Indien oder nach Afrika fährt, versteht man auf den ersten Blick die Welt nicht mehr. Auch der Unterschied beim Klima spielt häufig eine grosse Rolle, wenn man sich aus dem kühlen Europa in ein Land mit tropischen Temperaturen begibt. Andersherum gilt das natürlich genauso.

Solch einen Kulturschock erlebten vermutlich die vielen Sklaven aus Westafrika, welche ab dem 16. Jahrhundert über die Meere bis nach Europa, Amerika und in die Karibik geschifft wurden. Nicht nur die Temperaturen waren teils sehr unterschiedlich. Die Sprache, die Kultur und natürlich die Religion der Sklaven unterschieden sich stark von denen der damaligen Entführer. Und auch wenn die verschifften Menschen, die mehrheitlich aus dem Westen Afrikas stammten, aus vielen Völkern und Ländern zusammengewürfelt wurden, vergassen sie weder ihre Traditionen noch ihre Religion. Vielmehr verschmolzen die vielen afrikanischen Bräuche miteinander. In Kombination mit Einflüssen aus dem christlichen und islamischen Glauben verwandelte sich diese in eine Glaubensrichtung, die noch heute in einigen Gebieten die Religion mit den meisten Anhängern ist: Voodoo.

Ferne Reise mit altem Ursprung

Doch wie kam diese Religion überhaupt nach Europa? Um das zu beantworten, muss erst einmal der Anfang der ganzen Geschichte geklärt werden. Vor über 2500 Jahren begann die Reise des Yoruba-Volkes von Ägypten durch Afrika. Sie sollte den Grundstein für die Religion und die Tradition des Voodoo legen. Als sie während ihrer Wanderung das Gebiet des heutigen Nigeria erreichten, trafen sie auf die Nok-Kultur. Sie entschieden sich dazu, sich in der heiligen Stadt Ile-Ife niederzulassen. Von hier aus verbreiteten die nachfolgenden Yoruba-Generationen die Traditionen und den Glauben in Afrika. Doch bis sich Voodoo in der Welt verbreitete und nach Europa kam, sollte es noch etwas dauern.

Erst als ab dem 16. Jahrhundert Millionen von afrikanischen Sklaven entführt wurden und nach Europa, die Karibik und in die USA gebracht wurden, begann auch die globale Reise des Voodoo. In Gefangenschaft fanden sich viele afrikanische Völker wieder, welche andere Traditionen pflegten. Diese verschmolzen jedoch mit der Zeit. Mit dem zusätzlichen Einfluss der Religionen der Entführer entstand so eine Religion mit Bräuchen und Traditionen, welche heute noch von über 60 Millionen Menschen weltweit praktiziert wird. Natürlich ist Europa nicht gerade das Hauptzentrum des Voodoo, doch auch hier existieren noch einige Orte, an denen die Tradition und der Ursprung des Voodoo nicht vergessen wurden. Allerdings muss man dazu sagen, dass es sich bei vielen Voodoo-Angeboten in Deutschland und in Europa nicht um traditionelles und richtiges Voodoo handelt. Viele Menschen ohne Kenntnisse von der Materie springen einfach auf den Trend-Zug auf und praktizieren Zaubersprüche an Voodoo-Puppen. Doch mit dem tatsächlichen Glauben hat das Ganze nur sehr wenig zu tun.

Zentren eher in Karibik und Afrika

Auch wenn insbesondere die französische Kolonialmacht viele westafrikanische Sklaven entführt hat, sind heute kaum noch Spuren von der alten Religion vorhanden. Die meisten Menschen, die heute noch Voodoo praktizieren, leben in der Karibik, in Südamerika, in Westafrika und auch in den USA. In Europa sind die faszinierenden Bräuche fast verschwunden. Besonders in Haiti lebt Voodoo jedoch weiter. Hier ist der Grossteil der Bevölkerung Anhänger dieser Religion. Es gibt zahlreiche Tempel und Priester. Neben dem Christentum und dem Islam wird Voodoo sogar als offizielle Religion angesehen. Daher geniessen die Gläubigen dieselben Religionsfreiheiten wie die Anhänger anderer Religionen.

Auch in Benin, einem Land im Westen Afrikas, wurde die Religion offiziell anerkannt.

In Benin gibt es Religionsfreiheit. Immer mehr Menschen kehren zurück zum Voodoo und zu ihren Traditionen, die schon ihre Vorfahren vor Tausenden von Jahren praktiziert haben. Auch wenn Voodoo heute in Europa nicht mehr wirklich vorhanden zu sein scheint, ist es dennoch wichtig, eine gute Aufklärung zu bieten. Denn zurzeit ist die Religion besonders als mystische Form der Spiritualität bekannt, welche Schwarze Magie an einer Puppe ausübt. Da die Wahrheit jedoch nicht weiter entfernt sein könnte, sollten die Menschen in Europa zumindest wissen, was es mit der Tradition der Sklaven auf sich hat, welche vor über 500 Jahren hierher verschifft wurden.


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