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Die Geschichte des Voodoo

Themen-Beitrag zu Voodoo-Schutz
Die Geschichte des Voodoo

Die Geschichte des Voodoo

Wenn es eine spirituelle Form gibt, die trotz so geringem Hintergrundwissen so viele Gerüchte auf sich zieht, dann ist es definitiv Voodoo. Klar gibt es auch eine Menge andere Spiritualitätsformen, welche nicht das beste Ansehen geniessen und auch mit zahlreichen Vorurteilen konfrontiert werden, doch Voodoo setzt dem Ganzen noch einmal die Krone auf. Denn besonders in Europa wissen die meisten Menschen kaum etwas über Voodoo, ausser einer Menge Gerüchte und Vorurteile, welche aus Filmen und Geschichten bekannt sind.

Um was es sich bei Voodoo wirklich handelt, ist für den grossen Teil der Gesellschaft ein Rätsel, welches weit entfernt und ziemlich fremd erscheint. Wenn man sich aber genauer mit der westafrikanischen Spiritualitätsform auseinandersetzt, wird man merken, dass es selbstverständlich Unterschiede gibt, doch dass auch die Gemeinsamkeiten gar nicht so stark auseinanderliegen, wie man es vielleicht denken würde.

Denn bei Voodoo handelt es sich nicht um eine negative Form der Magie, wie es sich die meisten Menschen hierzulande vorstellen. Voodoo ist eine Religion, welche über 60 Millionen Anhänger zählt und eine lange, beeindruckende Geschichte vorzuweisen hat. In Ländern wie Benin oder Haiti ist Voodoo sogar eine offizielle Religion und geniesst daher dieselben Religionsfreiheiten wie beispielsweise der christliche und der muslimische Glauben. Das alles ist Grund genug, den Ursprüngen und der Entwicklung des Voodoo etwas näher auf die Spuren zu gehen, um endlich ein wenig mehr über die westafrikanische Traditionsreligion zu erfahren.

Der Anfang der Yoruba

Die Geschichte des Voodoo beginnt vor über 2500 Jahren mit dem Stamm der Yoruba. Diese wanderten zu dieser Zeit von Ägypten durch den afrikanischen Kontinent. Als sie auf das heutige Nigeria trafen, wurden sie mit der sogenannten Nok-Kultur bekannt gemacht, welche zu dieser Zeit dort verbreitet war. Der König der Yoruba namens Oduduwa entschied sich für die Niederlassung in der Stadt Ile-Ife, die die ursprünglichen Einwohner als Heilige Stadt ansahen. Mit der Zeit begann eine Fusion der beiden Kulturen. In den nächsten Generationen wuchsen neue Mitglieder der Yoruba heran, welche einige Jahre später andere Gebiete eroberten und auf diese Weise die Religion und die Kultur verbreiteten.

Die Verbreitung in die Welt

Noch sollte die Geschichte des Voodoo allerdings noch nicht geschrieben sein. Bisher war die Religion lediglich in einigen Gebieten Afrikas bekannt, doch die wirkliche Verbreitung begann erst später. Ab dem 16. Jahrhundert begann die planmässige Versklavung und Verschiffung von über 11 Millionen Afrikanern. Nun nahm die Verbreitung des Voodoo ihren Lauf, indem auch viele haitianische Menschen in die "Neue Welt" verschifft wurden.

Viele verschiedene afrikanische Stämme wurden gemeinsam gefangen gehalten, was zu einer Verschmelzung der Kulturen, der Sprache und der Religionen führte. Doch nicht nur untereinander entstanden Fusionen, welche auch heute noch im Voodoo zu finden sind. Besonders vom christlichen Glauben der Franzosen und von den Indianern sind noch heute eine Menge Einflüsse zu finden. Zum Beispiel findet man viele Verbindungspunkte zwischen den Heiligen des Christentums und den Loa des Voodoo.

Weiter geht die Geschichte des Voodoo während der Französischen Revolution. Zu dieser Zeit entschlossen die haitianischen Menschen, sich gegen die Kolonialmacht zu wehren und starteten die sogenannte haitianische Revolution, welche über 13 Jahre anhalten sollte. Dennoch sollte es am Ende Erfolg geben, denn als erstes lateinamerikanisches Land erlangte Haiti im Jahr 1804 seine Unabhängigkeit. Auch Voodoo spielte hier eine wichtige Rolle und wird von vielen Haitianern noch immer stets in einem Zusammenhang gesehen.

Voodoo in der modernen Welt

Heute zählt Voodoo als grosse Religion, welche mit mehr als 60 Millionen Anhängern besonders in der Karibik, in Südamerika, in Afrika und in vielen anderen Ländern der Welt vertreten ist. Doch trotz der grossen und auch steigenden Popularität des Voodoo wird die Religion im Westen noch immer als schwarze Magie angesehen und oft nicht einmal als Religion gekannt. Natürlich gab es auch in der Zeit des Voodoo negative Zeiten, in denen die Religion von Fundamentalisten ausgenutzt wurde und somit in ein schlechtes Licht gerückt wurde.

Beispiele wie diese hängen der Religion noch immer nach und verhindern auf diese Weise eine Aufklärung über diese jahrtausendealte Tradition und Religion. Ein gutes Beispiel sind die Voodoo-Puppen. Mit ihnen wurde Voodoo auf der ganzen Welt bekannt, leider jedoch aus der völlig falschen Perspektive. Tatsächlich werden die Voodoo-Puppen heute kaum genutzt und wurden in früheren Zeiten von haitianischen Priestern verwendet, um Menschen mit einem schlechten Wohlbefinden etwas Gutes zu tun. Die Voodoo-Puppen kamen daher zum Einsatz, da die angezielten Menschen oft zu geschwächt waren, um selbst bei dem Priester zu erscheinen. Die ursprüngliche Idee kam vermutlich aus Europa, wo sie von einigen Anhängern des Voodoo aufgenommen wurde.

Obwohl Voodoo den meisten von uns fremd erscheint, hat die Religion und Tradition mehr mit uns gemeinsam als wir denken. Aus diesem Grund sollte man sich unbedingt mehr mit dieser westafrikanischen Religion auseinandersetzen, um auch andere Interessierte über die Klischees und die Vorurteile des Voodoo aufklären zu können.


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